Vortragsarchiv

 Hier finden Sie unsere bereits durchgeführten Vorträge. 
Sollten Sie Interesse an einem der Vorträge haben, melden Sie sich gerne bei uns per Email oder Telefon. 
Vielleicht haben wir in naher Zukunft die Inhalte wieder im Programm! 


Roman Deininger und Ritzer (Foto: © Martin Hangen)

Olympia und die große Politik - 50 Jahre Olympia 1972 in München

Vortrag und Gespräch mit den Journalisten Roman Deininger und Uwe Ritzer

Als 1972 in München zum zweiten Mal olympischen Sommerspiele in Deutschland stattfinden, scheinen - anders als bei der NS-Sommerolympia 1936 in Berlin - Politik und Olympia in einem positiven Einklang zu stehen. Olympia in München soll ein Fest der Demokratie und damit ein Gegenentwurf zu den Propaganda-Spielen 1936 sein.

Seit einigen Jahrzehnten scheint Olympia nun immer mehr zu einem Machtinstrument verschiedener politischer Systeme zu werden - Olympiaboykotte 1980 und 1984, Sotschi 2014, Peking 2008 und 2022. Wie eng sind die Olympische Idee und Politik verbunden? Prägt die Politik Olympia oder hat Olympia eine Prägekraft für die Politik? Die beiden Journalisten Roman Deininger und Uwe Ritzer schildern anhand ihres Buches „Die Spiele des Jahrhunderts. Olympia 1972, der Terror und das neue Deutschland“ die politische Dimension von Olympia.

Dr. Roman Deininger ist Chefreporter der Süddeutschen Zeitung. Er hat eine vielbeachtete Geschichte der CSU vorgelegt und zusammen mit Uwe Ritzer eine Biografie Markus Söders.

Uwe Ritzer hat sich mit investigativen Recherchen für die Süddeutsche Zeitung einen Namen gemacht. Für seine Arbeit wurde er mit dem Wächterpreis, dem Henri-Nannen-Preis und dem Helmut-Schmidt-Journalistenpreis ausgezeichnet.

Termin: Mi. 06.07.2022, 19:00-20:30 Uhr

Burkhard Hose ( Foto: © Thomas Berberich ) 

Weil Gerechtigkeit in der Katholischen Kirche sein soll 

Vortrag, Lesung und Gespräch mit dem Priester und Kirchenaktivisten Burkhard Hose 

Das Verbot des Vatikans des Frauenpriestertums, aber auch der Segnung homosexueller Paare im vergangenen Jahr sowie vor allem die aktuelle Kampagne #OutinChurch machen deutlich, dass die Katholische Kirche ein Diskriminierungsproblem hat, welches im 21. Jahrhundert realitäts- und lebensfern erscheint. Umso wichtiger ist es, dass es immer mehr Personen innerhalb der Kirche gibt, die die diskriminierenden Strukturen und den oft menschenverachtenden Umgang der Katholischen Kirche an den Pranger stellen. Burkhard Hose ist einer dieser Menschen. 2021 setzte er sich mit einer Unterschriftenaktion aktiv gegen das Verbot der Segnung gleichgeschlechtlicher Paare ein und schloss sich im Januar dieses Jahres der Kampagne „Out in Church – Für eine Kirche ohne Angst“ an. Zudem veröffentlichte er mit der Benediktinerin Sr. Philippa Rath das Buch „Frauen ins Amt“, in dem sie die progressive Sichtweise von 100 Kirchenmännern – Bischöfen, Priestern, Diakonen, Ordensleuten und Laien aus mehreren Generationen und aus dem gesamten deutschen Sprachraum, darstellen. In seinem Vortrag wird Burkhard Hose aus diesem Buch einzelne Passagen lesen, aber auch seine eigenen Erfahrungen als Kirchenvertreter mit Ungerechtigkeit und Diskriminierungen aufgrund von Geschlecht und sexueller Orientierung schildern. 

Termin: Do. 12.05.2022, 19:00-20:30 Uhr 

Prof. Dr. Heiner Keupp  (Foto: © Heiner Keupp)

Sexueller Missbrauch in der Katholischen Kirche

Vortrag und Gespräch mit Heiner Keupp, Mitglied der Unabhängigen Kommission zur Aufarbeitung sexuellen Kindesmissbrauchs

Heranwachsenden, die schwere Missbrauchserfahrungen erleiden mussten, eine Stimme zu geben ist eines der dringenden Erfordernisse, die nun anstehen. Zugleich haben wir uns den Fragen zu stellen, welche gesellschaftlichen und institutionellen Faktoren Missbrauch begünstigt haben und warum jahrzehntelang Aufklärung verhindert wurde. Mit Heiner Keupp wagen wir einen tiefen analytischen Einblick in das Umfeld der Straftaten und nähern uns auch der Aufgabenstellung, was nun zu tun ist und was wirklich Prävention versprechen kann. Nicht zuletzt soll der Frage nachgegangen werden: Kann Missbrauch jemals abschließend aufgearbeitet werden? 


Termin: Mi. 06.04.2022, 19:00-20:30 Uhr



 Nicola Schmidt (© Malina Ebert)

Geschwister als Team – Geschwister gut begleiten

 

Eltern lieben ihre Kinder und wünschen sich meist ein glückliches Miteinander als Familie. Doch je mehr Geschwister, desto höher der Trubelfaktor in einer Familie. Kunterbunt und lustig – aber auch konfliktbeladen. Aus evolutionsbiologischer Sicht sind Geschwister Rival*innen, die um Nahrung und Sicherheit konkurrieren. „Ich will zuerst Saft!“, „Hier ist mein Platz!“, „Ich will auf Mamas Schoß sitzen!“. Bis zu 6x pro Stunde streiten sich Geschwister – teils über für uns banale Themen oder Dinge. 

In diesem Online-Vortag erfahren Sie, was Geschwister brauchen, um gut miteinander groß zu werden, wie sie als Team zusammenwachsen können und somit eine Beziehungsbasis für das ganze Leben entwickeln. Die Referent*in geht dabei auch auf die besondere Situation von Zwillingen und Mehrlingen und deren spezielle Bedürfnisse ein.

 

Termin: Di. 29.03.2022 20:00-21:30 Uhr

Volker Heins (Foto: © Dennis Treu)

Offene Grenzen für ALLE

Eine notwendige Utopie

 

Offene Grenzen für alle? Alle sollen überall hinfahren dürfen, um zu arbeiten und zu leben, wo es ihnen gefällt? Das finden viele sicher illusorisch, unrealistisch, ja schlichtweg gefährlich. Nichts könnte dem Zeitgeist mehr widersprechen. Volker Heins vertritt die These, dass nicht die Öffnung, sondern die dauerhafte Schließung der Grenzen unrealistisch und zudem für die Betroffenen nicht selten lebensgefährlich ist.

Die gegenwärtige Ordnung globaler Migrationskontrollen und Einreisebeschränkungen ist weder vernünftig noch auf Dauer durchsetzbar. Es ist naiv zu glauben, man könnte mit Mauern und biometrischen Daten eine »weiße« Parallelgesellschaft aufrechterhalten, eine Gesellschaft, die sich von der übrigen Menschheit abschottet. Über kurz oder lang führt kein Weg daran vorbei, die Durchlässigkeit der Grenzen für alle zu erhöhen: keine stabile und gerechte Weltordnung ohne die allmähliche Herstellung globaler Bewegungsfreiheit. Wann, wenn nicht jetzt, sollten wir die Chance zur Gestaltung einer migrationsfreundlichen Welt ergreifen?

Termin: Mo. 28.03.2022 19:00-20:30 Uhr

„Jimmy“ Hartwig (Foto: © Getty Images)

Rassismus keine Macht

Beitrag zu den „Internationalen Wochen gegen Rassismus 2022“

 

Rassismus, Diskriminierung und Ausgrenzung sind leider immer noch Teil unseres gesellschaftlichen Lebens. Auch Deutschland liebstes Kind, der Fußball, ist nicht davon unberührt. Diffamierung aufgrund der Hautfarbe und Verunglimpfungen wegen der Nationalität durchziehen fast alle Ligen. Jimmy Hartwig, Integrationsbotschafter des Deutschen Fußball-Bundes und Protagonist des Dokumentar-Films „Schwarzer Adler“, schildert in seinem Vortrag anlässlich der „Internationalen Wochen gegen Rassismus“ seine Erfahrungen und was es braucht, dass Rassismus keinen Platz bei uns hat.

 

Termin: Mi. 23.03.2022, 19:00 - 20:30 Uhr 


Prof. Dr. Perry Schmidt-Leukel (Foto: © Perry Schmidt-Leukel)

Viele Religionen - eine Wahrheit?

In einer mehr und mehr zusammenwachsenden Welt stellt sich die Frage nach dem Verhältnis der Religionen zueinander neu. Gibt es über wechselseitige Toleranz hinaus die Möglichkeit gleichwertiger Anerkennung - ohne damit den Anspruch auf "Wahrheit" der eigenen Religion zu relativieren oder aufzugeben? Kann es wahre Religion in pluraler Gestalt geben?

 

Termin: Di. 08.02.2022 19:00-20:30 Uhr

Almut Schnerring (Foto: © Oliver Kepka)

Equal Care

Über Fürsorge und Gesellschaft

Am Anfang und am Ende des Lebens sind wir darauf angewiesen, dass andere Menschen sich um uns kümmern, bedingungslos fürsorglich sind. Aber auch in den Jahren dazwischen: Wer kocht, räumt auf und putzt? Wer erzieht, betreut und pflegt? Wer hört zu und gibt Rückhalt? All diese Care-Aufgaben sind in unserer Gesellschaft sehr ungleich verteilt. Im professionellen Bereich sowie im Privaten. 

Doch nur wenn Sorgearbeit zwischen den Geschlechtern gerecht aufgeteilt wird, haben alle Menschen gleichermaßen die Möglichkeit zur gesellschaftlichen Teilhabe. 

 

Termin: Di. 18.01.2022 19:00-20:30 Uhr

 Dr. Alexander Fink (Foto: © ScMI)

Post-Corona-Szenarien

Was lernen wir aus der Covid-19-Pandemie?

Auch wenn es sich viele nicht vorstellen können, wird es dennoch ein Leben nach der aktuellen Corona-Pandemie geben. Doch wie wird es aussehen? Was erwartet uns? Können wir überhaupt noch etwas planen? Vielleicht bieten die Erfahrungen aber auch die Möglichkeit etwas über das Leben, die Politik und die Gesellschaft zu lernen und sich "neu" aufzustellen.

Termin: Di 16.11.2021, 19:00 - 20:30 Uhr 


Stephan Maria Alof (Foto: © Sergej Falk) 

Do legst di nieda! Leben ist das, was du daraus machst

Autorengespräch mit Stephan Maria Alof

„Mach was draus!“, lautet das Credo von Stephan Maria Alof. Und was der Tausendsassa anpackt, wird in der Regel groß. Traditionelle Kirchenräume verwandelt er mit freiwilligen Helfern in Paradiesgärten, zur Bergmesse trifft man sich auf einem Hochhausdach, der Meditationskreis heißt frech „S'Maul halten“. Bis zu 700 Menschen kommen in „St. Max“ zu den Gottesdiensten, die er oft mit seinem Pfarrer Rainer Maria Schießler vorbereitet. Dass Alof den Eissalon, den er im Münchner Glockenbachviertel eröffnet, „Jessas“ nennt, verwundert nicht. Der Mann hat Humor und spricht gerne Klartext. Bei seinen sonntäglichen »Fürbitten« greift er aktuelle Themen auf und legt seine Finger in offene Wunden.

Termin: Di 16.11.2021, 19:00 - 20:30 Uhr 

Prof. Dr. René Riedl (Foto: Wikipedia)

Gegen den digitalen Dauerstress 

Autorengespräch mit Prof. René Riedl

Handy, Laptop und Co.: Die digitale Dauererreichbarkeit ist für viele Menschen eine Belastung. Laufende Social-Media-Benachrichtigungen, E-Mail-Fluten, Systemabstürze im Home-Office, permanente Updates und neue Programme sind nur einige der Auslöser von digitalem Stress und haben negative Effekte auf Gesundheit, Wohlbefinden und Produktivität. Zahlreiche Forschungsbefunde und Praxisberichte, die René Riedl in seinem Buch präsentiert, zeigen, dass die Allgegenwart digitaler Technologien und Kommunikationsmittel Menschen stark unter Stress setzt. Auch elektronische Überwachung, der Verlust der Privatsphäre sowie die Prognose, dass viele Arbeitsplätze durch Digitalisierung und Künstliche Intelligenz verloren gehen könnten, führen zu großer Anspannung.Digitaler Stress ist eine Stressform, die durch die Nutzung und Omnipräsenz von digitalen Technologien verursacht wird. Technostress-Experte René Riedl stellt Ergebnisse und Erkenntnisse aus Forschung und Praxis vor und zeigt, welche Bewältigungsstrategien geeignet sind, die negativen Auswirkungen von digitalem Stress zu vermeiden oder zumindest abzuschwächen, sei es in der Arbeitswelt oder auch im Privaten.

Termin: Do 21.10.2021, 19:00 - 20:30 Uhr 

 Dr. Christine Radomsky (Foto: © Anette Hammer) 

Berufserfahrene in der digitalen Arbeitswelt

Wie „alte Hasen“ ihre Stärken einbringen und Neues lernen

Künstliche Intelligenz, agile Teams, Coworking-Spaces – die Arbeitswelt
verändert sich beängstigend schnell. Zwar hat Corona bereits viele Menschen erstmals mit Home-Office und Videokonferenzen konfrontiert. Doch welche neuen Arbeitsweisen und Digitaltechnologien kommen demnächst noch auf uns zu? Und wie können lebenserfahrene Menschen mit dem rasanten digitalen Wandel der Arbeitswelt mithalten?

Der Vortrag richtet sich vor allem an Menschen mit langer Berufserfahrung, die sich auf die Veränderungen durch die digitale Transformation einstellen wollen. Sie erfahren, welche Kompetenzen in der neuen Arbeitswelt besonders gefragt sind, welche Stärken gerade berufserfahrene Menschen einbringen und was diese von den „Digital Natives“ lernen können. Der Vortrag lädt die Teilnehmenden dazu ein, sich ihrer Stärken und Lernfelder stärker bewusst zu werden und ihr digitales Know-How gezielt auszubauen.

Termin: Do 07.10.2021, 19:00 - 20:30 Uhr 


Ulrich Chaussy (Foto: © with-light.com)

Das Oktoberfestattentat und der Doppelmord von Erlangen – wie Rechtsterrorismus und Antisemitismus seit 1980 verdrängt werden

Lesung mit Ulrich Chaussy

1980. Am 26. September ereignet sich in München das Oktoberfestattentat mit 13 Toten, am 19. Dezember in Erlangen der erste gezielte antisemitische Mordanschlag in der deutschen Nachkriegsgeschichte. An beiden Verbrechen sind Personen aus der rechtsextremen Szene beteiligt. Gundolf Köhler legt die Bombe von München, Uwe Behrendt soll den ehemaligen Nürnberger Rabbiner Shlomo Lewin und seine Lebensgefährtin Frida Poeschke erschossen haben. Köhler und Behrendt standen in Verbindung mit der rechtsextremen Wehrsportgruppe Hoffmann. Aber beide Attentäter sollen ihre Taten allein geplant und ausgeführt haben. 
Das Oktoberfestattentat kann keine Einzeltat gewesen sein, so Chaussy - und der antisemitische Hass, der den Erlanger Mordschützen antrieb, kann sich nicht selbstständig entwickelt haben. Damals wie heute verstellt der Einzeltätermythos den klaren Blick auf rechtsextreme Attentate und antisemitische Morde. Nach fast 40 Jahren wurden die Akten im Juli 2020 endgültig geschlossen. In der Neubewertung des Oktoberfestattentats folgt jetzt auch die Bundesanwaltschaft Chaussys Analyse, dass das Oktoberfestattentat rechter Terror war. 

Termin: Do 23.09.2021, 19:00 - 20:30 Uhr 

Prof. Yvonne Hofstetter (Foto: Heimo Aga 2013)

Der unsichtbare Krieg

Wie die Digitalisierung das strategische Gleichgewicht in der Welt verändert

Die Digitalisierung verschiebt die Kräfteverhältnisse zwischen den Nationen. Digitale „Waffen“ wie das Hacking systemrelevanter Infrastrukturen, Cyberspionage und -diebstahl mit anschließender Erpressung oder Online-Einflussnahme auf die Köpfe der Menschen sind billiger als Panzer und jedem leicht zugänglich. Wenn eine Regierung auf diese Weise von einer anderen Regierung angegriffen wird, handelt es sich dann um Cyber-„krieg“? Wie die Staaten die neuen Bedrohungen einordnen und wie jeder Einzelne betroffen ist, erklärt Yvonne Hofstetter in ihrem abendlichen Online-Vortrag.


 Termin: Mo 07.06.2021, 19:00 - 20:30 Uhr

Ulrich Chaussy (Foto: with-light.com)

Sophie Scholl und die "Weisse Rose"

Eine Geschichte von Freundschaft und Widerstehen
Anlässlich des 100. Geburtstages von Sophie Scholl (9. Mai 1921)

Sophie Scholl wurde am 9. Mai 1921 in Forchtenberg geboren. Mit ihrem 100. Geburtstag rückt sie erneut ins Rampenlicht. Sie, die mit 21 Jahren im Gefängnis auf dem Schafott sterben musste, ist das Gesicht des weiblichen Widerstands gegen den Nationalsozialismus, und, provokativ formuliert, das Covergirl der Widerstandsgruppe „Weiße Rose“. Ihre Schwester Inge Aicher-Scholl sorgte schon in den 50er Jahren des vergangenen Jahrhunderts mit ihrem weltweit verbreiteten Buch „Die weisse Rose“ dafür, dass Sophie, ihr Bruder Hans, Christoph Probst, Alexander Schmorell, Willi Graf und ihr Mentor und Mitstreiter Professor Kurt Huber nicht vergessen wurden, wie so viele andere widerständige Personen und Gruppen im Verdrängungsstrudel der Nachkriegs- und Wirtschaftswunderjahre. Aber mit Inge Scholl begann auch Sophies Verwandlung in eine entrückte Ikone – so, wie sie seit 2003 als Marmorbüste in der Walhalla zu bewundern ist. Ulrich Chaussy hat sich Sophie Scholl und ihren Mitstreitern der „Weissen Rose“ genähert, mit Recherche und Erschließung archivalischer Quellen, vor allem aber in Interviews für zahlreiche Rundfunk- und Fernsehproduktionen mit den überlebenden Mitstreitern und den Familienangehörigen der Weissen Rose. Er fand eine junge, lebenslustige Frau, die mitten im Leben stand und nicht den Tod als Märtyrerin suchte, aber mit ihren Freunden der Tyrannei des Nationalsozialismus und dem Unrecht des Krieges nicht tatenlos zuschauen konnte.

Termin: Mo 10.05.2021, 19:00 - 20:30 Uhr 


Christof Bartmann (Foto: Hanser Verlag)

Leben im Büro

Über einen Arbeitsplatz zwischen Abgesang und Sehnsuchtsort

Einer Statistik zufolge arbeiten in Deutschland während der Corona-Pandemie 10,5 Millionen Menschen im Homeoffice, weitere 8,3 Millionen tun dies teilweise. Läutet das ein Ende des Bürolebens ein? Oder wird unser Büroalltag gerade dadurch wieder zum Sehnsuchtsort? 
Es ist an der Zeit, einen Blick auf den kulturellen Kosmos der Arbeitswelt Büro zu richten: Wie entstand er? Welche Wirkmechanismen herrschen im Büro? Wie hat die Computerisierung den Büroalltag verändert? Und welche Perspektiven tun sich gerade jetzt an dem Ort auf, der in den letzten Monaten so in den Hintergrund gedrängt wurde? 
Der Historiker und Germanist Christoph Bartmann leitet heute das Goethe-Institut in Warschau und ist Autor des Buches „Leben im Büro. Die schöne neue Welt der Angestellten“. Mit ihm tauchen wir ein in Kritik und Würdigung eines Ortes, an dem viele von uns das halbe Leben verbringen. 

Termin: Do 06.05.2021, 19:00 - 20:30 Uhr

Pavel Richter (Foto: Michael Nanz)

Die Wikipedia-Geschichte

Biographie eines Weltwunders

Kaum eine andere Website steht so für die Verbindung von Internet und Wissen wie Wikipedia. Wikipedia wird heute schon als der neue Brockhaus bezeichnet. Und dabei wurde niemand zum Milliardär und die Seite kommt ohne Werbung aus. Doch was und wer ist Wikipedia? Wie funktioniert dieser Welterfolg? Pavel Richter, Wikipedianer der ersten Stunde, führte fünf Jahre in Berlin die Geschäfte hinter dem Wissensriesen. Nun hat er eine Biographie des Wunders Wikipedia verfasst. Er erzählt eine faszinierende Geschichte voller ungewöhnlicher Begebenheiten und Anekdoten, von Entwicklungen und Skandalen; ganz wie eine Lebensgeschichte eines Mega-Stars.


Termin: Mi 21.04.2021, 19:00 - 20:30 Uhr  

Dr. Herbert Renz-Polster (Foto: ©Kösel-Verlag)

Erziehung, Werte und Gesinnung: Warum die Kindheit "politisch" ist

Kein Mensch wird als Rassist geboren, sagte Nelson Mandela. Er wies damit darauf hin, dass politische Überzeugungen auch einer biographischen Spur folgen. Aber wo beginnt diese Spur, woran entscheidet sich, mit welchen Werten und Überzeugungen Kinder später der Welt entgegentreten?


Dr. Herbert Renz-Polster prägt seit Jahren die Erziehungsdebatte in Deutschland. In seinen Publikationen geht es um die kindliche Entwicklung und die Bedingungen, die unsere Gesellschaft dafür bietet. Es geht um die Frage, wie wir mit unseren Kindern in der Familie leben wollen und welche Visionen wir auch für unser Zusammenleben als Gesellschaft haben. Mit „Erziehung prägt Gesinnung“ stellt er nun die These auf, dass das, was wir Kindererziehung nennen, eine zutiefst politische Aufgabe ist – eine Menschenerziehung. 

Termin: Di 23.03.2021, 20:00 Uhr


Dr. Ludwig Spaenle (Foto: ©Gerd Seidel (Rob Irgendwer) – Wikipedia) 

Für eine "Kultur des Hinschauen"

Dr. Ludwig Spaenle, Minister a.D., Antisemitismusbeauftragter  der Bayerischen Staatsregierung, spricht zum Thema Antisemitismus und die Kultur des Hinschauens. Mit anschließendem Gespräch. Eine Veranstaltung im Rahmen der Internationalen Wochen gegen Rassismus 2021.


Termin: Mi 17.03.2021, 19:00  

Dr. Roland Götz (Foto: KBW Miesbach)

Heimat Online

Möglichkeiten zur Familien-, Orts- und Pfarreigeschichte im Digitalarchiv der Erzdiözese des Erzbistums 

Mehr als 5,9 Millionen Seiten umfasst derzeit das Online-Angebot des digitalen Archivs des Erzbistums. Zahlreiche weitere historische Dokumente werden in nächster Zeit hinzukommen. Dies eröffnet völlig neue Möglichkeiten, die Geschichte der eigenen Familie, eines Ortes oder einer Pfarrei zu erforschen. 

Beim Online-Vortrag werden live verschiedene Wege der Recherche und ausgewählte Quellen vorgestellt. Der Profi gibt Tipps zum eigenen Forschen. Rückfragen und Austausch sind möglich. Die Teilnehmenden sind eingeladen, diese Anregungen gleich im Anschluss selbst auszuprobieren. 

Termin: Mi 24.02.2021, 19:00


Dr. Christiane Florin (Foto: ©Antje Siemon) 

Trotzdem! Wie ich versuche, katholisch zu bleiben

Warum zum Teufel sind wir so geduldig mit dieser Kirche? Beliebte Antworten lauten: "Weil die Kirche nicht nur aus Machtmissbrauch, sexueller Gewalt und Frauenverachtung besteht. Weil es darin so viele Menschen gibt, die Gutes tun. Weil wir alle Kirche sind." 


Bei solchen Sätzen ist die Geduld von Christiane Florin schnell am Ende. Ja, es gibt diese Menschen, die Gutes tun. Aber auch sie haben viel zu lange zu Machtmissbrauch, sexualisierter Gewalt und Frauenverachtung geschwiegen. Vielleicht, weil sie sich ihre Heimatidylle nicht kaputt machen lassen wollten. Denn Katholizität ist nicht nur ein Glaube, es ist auch ein Heimatgefühl. Betroffene sexueller Gewalt, Opfer lehramtlicher Strafaktionen und Analytiker des Machtapparats stören das gemütliche katholische Beisammensein. Gute Leute tarnen giftige Strukturen. 

Damit machen sich die Gutgläubigen zu Komplizen. Zu Komplizen, die sich nicht gegen ein autoritäres System wehren, das Gläubige kleinhält und weiter Opfer produziert.  "Trotzdem! Wie ich versuche, katholisch zu bleiben" ist Anklage, Selbstanklage und Bekenntnis einer Sehnsucht.

Termin: Do 21.01.2021, 19:00 ‑ 20:30 Uhr


Ingrid Brodnig 

Hass im Netz - Was wir gegen Mobbing, Lügen und Hetze tun können 

Wir leben in zornigen Zeiten: Hasskommentare, Lügengeschichten und Hetze verdrängen im Netz sachliche Wortmeldungen. Die digitale Debatte hat sich radikalisiert, ein respektvoller Austausch scheint unmöglich. Dabei sollte das Internet doch ein Medium der Aufklärung sein: Höchste Zeit, das Netz zurückzuerobern. Das Buch deckt die Mechanismen auf, die es den Tätern im Internet so einfach machen. Es zeigt die Tricks der Fälscher, die gezielt Unwahrheiten verbreiten, sowie die Rhetorik von Hassgruppen, um Diskussionen eskalieren zu lassen. Damit die Aggression im Netz nicht sprachlos macht, werden konkrete Tipps und Strategien geliefert: Wie kann man auf untergriffige Rhetorik, Trolling oder Shitstorms reagieren? Denn: Wir sind den Rüpeln, Hetzern und Hassgruppen nicht hilflos ausgeliefert - die Gegenwehr ist gar nicht so schwer.

Termin: Mo 30.11.2020, 19:00 ‑ 20:30 Uhr

P. Dr. Nikodemus Schnabel OSB (Foto: © Pascal Nowak Photogtaphy/privat) 

Die Hooligans der Religion

Die Begriffe "Religion" und "Gewalt" werden sehr gerne in einem Atemzug genannt. Es scheint, dass Religionen sowohl Quelle als auch Ziel von Hass, Hetze und Gewalt sind. Ist Religion das Hauptübel der Menschheit oder haben all die vielen Probleme gar nichts mit Religion zu tun? Gibt es vielleicht sogar eine Antwort dazwischen?
Pater Dr. Nikodemus C. Schnabel OSB (41), der seit 2003 Mönch der Dormitio-Benediktinerabtei auf dem Zionsberg im Herzen Jerusalems ist, Direktor des Jerusalemer Instituts der Görres-Gesellschaft (JIGG) und von 2018 bis 2019 der erste Berater für "Religion und Außenpolitik" im Auswärtigen Amt in Berlin gewesen ist, ist der Fragestellung von "Religion - Gewalt - Frieden" und "Religion: Problem oder Lösung?" schon sehr lange auf der Spur. In diesem Vortrag/Live-Chat möchte er von seinen diesbezüglichen Erfahrungen im Heiligen Land und in der Berliner Diplomatie berichten - und einige Überraschungen servieren.
P. Nikodemus ist bekannt aus der ZDF-Reihe "Ein guter Grund zu feiern"

Termin: Di 10.11.2020, 19:00 ‑ 20:30 Uhr


Prof. Dr. Reimer Gronemeyer (Foto: © Wolfgang Polkowski) 

Altwerden in Zeiten der Krise 

Alte Menschen sind plötzlich zu Risikopersonen geworden. Corona hat das mit sich gebracht. Wie gehen alte Menschen damit um? Ist es großartig, dass diese vorsorglich weggeschlossen wurden oder ist das ein altenfeindlicher Übergriff? Was bedeutet es, dass Pflegebedürftige monatelang keinen Besuch von ihren Angehörigen bekommen konnten? Fürsorge oder Anmaßung? Das Spannungsfeld von Schutzmaßnahmen und die Bedeutung der seelischen Gesundheit muss zur Diskussion gestellt werden. Reimer Gronemeyer beleuchtet die Folgen von Corona für alte Menschen. Wir werden wohl noch lange mit dem Thema Corona zu tun haben und deshalb ist es wichtig, über die Konsequenzen für alte Menschen nachzudenken. 

Termin: Mi. 23.09.2020, 19:00 ‑ 20:30 Uhr